Realistisch ausbilden

Realistische Ausbildung bei der Feuerwehr

Ausbildung findet bei der Feuerwehr laufend statt. Ich Übungsdiensten, auf Lehrgängen,
Bei der Frage wie man die Ausbildung in de Feuerwehr realistischer gestalten kann um die Einsatzkräfte möglichst gut auf bevorstehende Belastungen im Einsatz vorzubereiten gibt es schnell viele Gedanken. Meistens endet es aber damit, dass man erkennt und kritisiert, dass es viel zu wenige Möglichkeiten gibt „mal richtig realistisch zu üben“.
Die Aussage stimmt, entbindet uns aber nicht von der Pflicht trotzdem realistisch – so realistisch wie irgend möglich – auszubilden. Es versteht sich von selbst, dass nicht jede einzelne Feuerwehr ständig Realbrandausbildung betreiben kann. Manchmal ist es sogar so, dass die Feuerwehren ganzer Orte, Gemeinden oder Landkreise kaum in den Genuss einer Realbrandausbildung kommen.
Also weiter wie bisher? Unrealistisch, schulmäßig, wenig herausfordernd?

Das wäre unverantwortlich und deshalb: Nein!

Um eine realistische Ausbildung machen zu können lohnt es sich noch einmal genauer darüber nachzudenken, was das Ziel der realistischen Ausbildung ist. „…die Einsatzkräfte möglichst gut auf bevorstehende Anforderungen im Einsatz vorzubereiten…“ steht weiter oben.

Es gibt keine Entschuldigung nicht mit einer realistischen Ausbildung zu beginnen

Was sind denn die

Anforderungen im Einsatz?

Anspannung und Stress
(Diese Begriffserklärungen dienen nur dazu die Ausbildungskonzepte zu erklären – sie sind keine wissenschaftlich Abgrenzung)
Zunächst einmal herrscht bei einem Einsatz eine gewisse – meist sogar positiv zu bewertende – Anspannung. Hier beginnt – per Definition – auch schon der Stress. Stress hat allerdings mittlerweile umgangssprachlich eine eher negative Bedeutung erlangt. Belastender Stress, entsteht z.B. wenn die Anspannung stark ist und die Herausforderung als zu hoch empfunden werden bzw. man nichts „tun“ kann, um den Stress abzubauen.
Kurz gesagt, wenn man sich mit dem was man machen kann der Situation nicht gewachsen fühlt oder der Situation nicht gewachsen ist.

Reize und Eindrücke
Im Einsatz sind wir verschiedenen Reizen ausgesetzt (Liste nicht vollständig!):

– Lärm (Brandlärm, Verkehrslärm, Rufen, Schreie Betroffener, ….)
– Starke optische Reize (Lichter, Flammen, Blaulichtblitze, ..)
– Hitze (Sommer, Waldbrand, Innenangriff Strahlungshitze), Kälte
– Witterung
– Schlechte Sicht, Orientierungslosigkeit, Dunkelheit
– Angst vor Verletzung, Tod
– …

Dann noch körperliche Belastungen wie
– Schwer tragen, heben,
– Arbeiten unter PA,
– Unbequeme Haltung, Kriechen, Laufen, klettern
– Schmerzen
– …

Darüber hinaus die eigenen Emotionen und Reaktionen, die ein Einsatz bei uns auslöst.
Ein Blick auf die Liste oben macht sehr deutlich, dass es neben der fachlichen Anforderung eine Menge Dinge gibt, die geeignet sind unser Verhalten und unser Funktionieren an der Einsatzstelle beeinflussen.

Nun ist es so, dass wir in einer Belastungssituation nur nach auf einen Bruchteil unseres Wissens und unsere Fertigkeiten zurückgreifen können. Letzten Endes gelingt uns nur noch das sicher, was wir vollkommen „verinnerlicht“ haben.

Das Fachliche üben wir selbstverständlich, aber üben wir auch mit verschiedenen Belastungen. Mit äußeren Reizen mit Anspannung und Stress? Interessant dabei von der Realbrandausbildungsanlage ist hier noch überhaupt keine Rede.

Wir steigern den Realismusgrad unserer Einsatzvorbereitung schon deutlich wenn wir anfangen, die normalen Ausbildungen mit zusätzlichen Belastungen und Reizen durchführen.

Ein Beispiel: Atemschutzübung (Ausrüsten, Einsatzkurzprüfung)

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